Ein Jahr der Gegensätze

2019 war mein erstes Jahr als selbständige Autorin und Übersetzerin und ich war wirklich sehr beschäftigt. Vier Bücher von mir wurden veröffentlicht – zwei Kinderbücher der Jabando-Reihe beim Francke-Verlag und zwei Bände meiner Lebenswege-Reihe im Eigenverlag. Zusätzlich habe ich sechs Bücher für Autorenkollegen aus dem Englischen übersetzt, von denen fünf ebenfalls veröffentlicht wurden. Wenn ich mir das so ansehe, frage ich mich, wie ich es geschafft habe, dazwischen noch einen historischen Roman zu schreiben, der im Februar 2020 im Francke-Verlag veröffentlicht wird. Auch ein weiteres Kinderbuch liegt noch auf Eis.

Dieser enorme Output zeigt mir eines: Ich habe mir den richtigen Job ausgesucht. Denn gesundheitlich war das Jahr 2019 für mich ein absoluter Tiefpunkt. Meine Energiereserven waren vollständig aufgebraucht und ich habe mich durch jeden einzelnen Tag gehangelt, fühlte mich permanent erschöpft und musste mich oft ein oder mehrmals täglich hinlegen, um überhaupt bis Abends durchzuhalten. Im Haushalt blieb Vieles liegen, weil ich es einfach nicht geschafft habe.

Doch in all dem ging eines immer: Schreiben und Übersetzen. Es gab nur ganz wenige Tage, an denen ich so ausgelaugt war, dass ich mich nicht einmal mehr darauf konzentrieren konnte. Jetzt, am Ende von 2019, nach vielen Arztbesuchen und Therapien, geht es langsam bergauf und ich scharre schon mit den Hufen, um mich in das Jahr 2020 zu stürzen, das mit Schreibplänen und Übersetzungsaufträgen schon fast komplett ausgebucht ist.

Ja, 2019 war definitiv ein erfolgreiches Jahr für mich mit Verlagsverträgen, Übersetzungsaufträgen und einem 5. Platz beim Schreibwettbewerb Lotto Kunstpreis 2019! Das Feedback zu meinen Büchern war durchweg positiv und ermutigend; dennoch war die finanzielle Ausbeute deutlich geringer als erwartet. Diese Tatsache nagt an mir und macht mich umso neugieriger, wie sich die Dinge in 2020 entwickeln werden.

Es gibt noch einen Aspekt an 2019, der mich sehr glücklich macht: Ich bin endlich mal wieder dazu gekommen, mehr zu lesen. Vielleicht amüsiert es dich zu erfahren, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Harry Potter gelesen habe.

Nachdem ich jahrelang ausschließlich englische Bücher verschlungen habe, habe ich mich dieses Jahr mal an deutsche Kollegen aus der Selfpublisher-Szene herangewagt und wurde positiv überrascht. Meine Highlights waren hier die beiden Fit me up Bücher von Leah Hasjak, die mit ihrem stichelnden Witz bei gleichzeitig tiefgründiger Charakterentwicklung Lesevergnügen genau nach meinem Geschmack liefert. (Die Rezensionen findet ihr weiter unten.)

Zu guter Letzt möchte ich noch auf meine nächste Veröffentlichung hinweisen: Die stumme Magd, der oben erwähnte historische Roman, der bereits vorbestellt werden kann. Die junge Dame in diesem Buch hat mir ja einige Kopfschmerzen bereitet, doch inzwischen bin ich froh, dass sie so hartnäckig war und mir den Weg ins 17. Jahrhundert gewiesen hat. Denn dort wird auch mein nächster Roman angesiedelt sein. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Jetzt bleibt mir nur, Euch ein frohes neues Jahr zu wünschen und viel Gesundheit und Segen für 2020!

Herzlichst,

Annette Spratte

Fit me up – Boxis Geschichte von Leah Hasjak

Fit me up: Boxis Geschichte von [Hasjak, Leah]

Nachdem ich vor einigen Wochen den ersten Teil dieser Reihe gelesen hatte, musste nun der zweite dran glauben. Christoph Boxhauser war vielversprechender Fußballer, als er in dem kleinen Örtchen Schwanbach sein Abitur machte. Zehn Jahre später hält er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, trinkt viel zu viel und hat ordentlich Bauch angesetzt. Zum Klassentreffen wollte er nicht wirklich, schneit aber trotzdem herein und wird von seiner wenig ruhmhaften Vergangenheit eingeholt.

Ein Autounfall führt dazu, dass sein Leben sich radikal ändert – denn alle glauben, er hätte einen Selbstmordversuch unternommen. Seine zaghaften Versuche, den Irrtum aufzuklären, werden ignoriert und so findet er sich plötzlich an der Seite von Barabara Popp wieder, die mit ihm für den Ironman trainiert. Klingt schräg? Ist es auch.

Die ganze Story ist ein herrliches Kuddelmuddel von Missverständnissen, Lebenslügen und chaotischen Zufällen, an denen die zerfranste Aura des Protagonisten Schuld ist. Dabei ist keiner der Charaktere blass oder oberflächlich. Alle haben Kanten und Macken und entwickeln sich im Lauf der Geschichte – mal zum Guten, mal eher nicht. Wie schon im ersten Teil – der übrigens bis auf ein paar Erwähnungen der Geschehnisse nichts mit diesem Teil zu tun hat – bringt Leah Hasjak mit ihrem humorvollen, lockeren Schreibstil die Charaktere so nah, dass man das Gefühl hat, direkt daneben zu stehen, und sich auch manches Mal ordentlich fremdschämt.

Trotzdem gelingt es ihr, in diesem Buch ein paar fundamentale Gedanken unterzubringen, über die es sich durchaus nachzudenken lohnt, hier besonders die Fragen der Motivation und Selbstverwirklichung.

Ein gelungener Roman mit Kleinstadt-Flair, einem pinken Wildschwein und tiefen Einblicken in die menschliche Seele. Sehr empfehlenswert!

Mein erster Schreibwettbewerb

Wie eine Introvertierte mit einer Preisverleihung klarkommt

Als ich in der Zeitung die Ausschreibung für den Lotto Kunstpreis 2019 zum Thema ‚Helden‘ sah, fiel mir sofort mein Sohn ein, der sich für einen Klassenkameraden gegen Mobbing stark gemacht hatte. Mit seinem Einverständnis schrieb ich die Geschichte auf – für mich in diesem Falle ein kleiner Kampf, denn mit begrenzter Wortzahl komme ich nicht gut zurecht. Mir gefiel an der Ausschreibung, dass es eine größere Jury geben würde und die Beiträge anonym eingereicht werden sollten. So war ich mir relativ sicher, dass die Texte unbeeinflusst vom Bekanntheitsgrad der Verfasser bewertet würden.

Nachdem monatelang nichts geschah, erhielt ich im November eine Einladung zur Preisverleihung – ob ich nun zu den Gewinnern zählte oder nicht, wurde nicht erwähnt. Offizielle Anlässe sind eher nicht so meine Welt, schon gar nicht, wenn ich weder den Ort noch die dort befindlichen Personen kenne. Trotzdem meldete ich mich an. Eigentlich hatte mein Mann mich begleiten wollen, aber dem grätschte eine Grippe dazwischen, sodass ich mich am 10.12.2019 allein ins Auto setzte und nach Koblenz fuhr. Koblenz. Ich war noch nie in Koblenz. Auf der Karte sah der Weg recht einfach aus, aber ich hatte die Rechnung ohne die mangelnde Straßenbeschilderung und die kuriose Verkehrsführung gemacht. (Nein, ich habe kein Navi.) Zum Glück war ich früh genug losgefahren und verfranste mich nicht so gravierend, dass ich zu spät kam.

Auf dem Parkplatz schnaufte ich erst einmal durch. Erste Hürde geschafft – ich bin da. Jetzt rein gehen, keinen kennen, mit fremden Leuten Smalltalk betreiben, nicht in Panik verfallen. Ich wurde an der Tür freundlichst begrüßt und direkt zur richtigen Örtlichkeit begleitet, was mir schon mal sehr half, meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Auch den Sektempfang bewältigte ich dank einiger freundlicher Menschen, die mich nicht komplett ignorierten. Dennoch suchte ich mir schnell einen Platz und wartete. Das tat ich ziemlich lange, denn die Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatte sich angekündigt, war aber dummerweise eine halbe Stunde später eingeladen worden als alle anderen. Vielleicht war den Veranstaltern nicht bewusst, dass viele Autoren eher nicht so zu den Party-Hasen gehören.

Nachdem Frau Dreyer eingetroffen war, ging alles Schlag auf Schlag. Einige kurze Grußworte und schon begann die Verleihung. 183 Beiträge waren eingereicht worden, von denen 30 in die Anthologie aufgenommen wurden. Die ersten zehn Plätze wurden prämiert, Plätze fünf bis zehn gleichrangig und gebündelt, Plätze vier bis eins einzeln mit Laudatio. Ich lehnte mich entspannt zurück. Wenn meine Geschichte es ins Buch geschafft hätte, könnte ich schon stolz auf mich sein. Mit der Entspannung war es dann schlagartig vorbei, als mein Name aufgerufen wurde. Ich hatte es tatsächlich unter die zehn Besten geschafft! Was war ich froh, dass ich mein Outfit etwas eleganter gewählt hatte als die Dame in der pinken Jogginghose. Und dass der Moderator meinen Namen falsch notiert hatte, war auch eher nebensächlich. So stand ich nun mit meinen Autorenkollegen im Rampenlicht und lächelte in diverse Kameras. Auf dem einzigen Foto, das ich bisher auftreiben konnte, habe ich mich allerdings erfolgreich hinter einer deutlich kleineren Person versteckt. So etwas schafft auch nicht jeder.

Nach der Verleihung beschloss ich, noch zum Abendessen zu bleiben. Ich hatte Glück und fand eine ausgesprochen nette und interessante Gesprächspartnerin an meinem Tisch. Was für eine Erleichterung.

Während ich hier sitze und das schreibe, kann ich es noch immer kaum fassen. Meine kleine Geschichte über die Heldentat meines Sohnes hat die Jury offensichtlich berührt und einen Nerv getroffen. Ich darf stolz sein – auf meinen Sohn, der mich mit seiner Tat wirklich beeindruckt hat, und auf mich und meine Schreibkunst.

Natürlich habe ich mich auch auf der Rückfahrt verfahren, sodass ich fürchte, der wunderschöne Blumenstrauß wird nicht lange halten. Trotzdem bin ich wohlbehalten Zuhause angekommen, um einige Erfahrungen und ein Preisgeld reicher. Manchem mag es vielleicht seltsam erscheinen, dass so ein Event für mich so eine Heldentat darstellt. Sei froh, wenn Du solche Ängste nicht kennst und Dich frei und ungezwungen unter Menschen bewegen kannst. Ich kann es nicht und muss über jeden meiner Schritte nachdenken. Das ist sehr anstrengend, weswegen ich es oft vermeide. Ich, und viele andere Introvertierte auch. Wenn Du also das nächste Mal auf einer Party oder sonst einem Anlass bist und jemanden hilflos in der Ecke stehen siehst, sprich ihn doch an. Vielleicht ist es ein Introvertierter, der nur ein freundliches Wort braucht, um sich nicht völlig verloren zu fühlen.

Zu guter Letzt möchte ich Dir natürlich meinen Gewinnerbeitrag nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Lesen!

Wer Freunde hat, braucht keine Helden

Das ist er also, der übelste Schläger der Jahrgangsstufe. Er sieht gar nicht so gefährlich aus. Trotzdem schnürt sich mir die Kehle zu, als ich sehe, wie Marko auf ihn zusteuert. Marko, der Kopf des Mobbing-Trios, das mir zwei Jahre lang das Leben zur Hölle gemacht hat. Keinen Schritt konnte ich tun, ohne von Beleidigungen bombardiert zu werden. Keinen Schritt ohne Kampf mit den Tränen, ohne geballte Fäuste in der Tasche, ohne hilflose Wut. Und jetzt das.

Kaum ist das Trio aufgelöst, kommt Robin. Dauernd in Prügeleien verwickelt. Letztes Jahr hat er sogar einem Mitschüler die Nase gebrochen. Wenn der sich mit Marko zusammentut, bin ich erledigt; werde nicht nur beschimpft, sondern auch noch verkloppt.

„Du bist kein Opfer“, haben meine Eltern mir gesagt. „Was die reden sind Lügen. Du bist ein toller Kerl, genau so wie du bist.“ Ich will das glauben. Ich will nicht mehr auf Marko hören und mich wertlos fühlen. Ich will mich wehren! Wie oft habe ich mir gewünscht, dass irgendein Superheld angeflogen kommt und das Mobbing-Trio so richtig zerlegt? Ist aber nicht passiert.

„He, Nasenbrecher, wenn du das bei mir versuchst, mach ich dich platt!“, höre ich Marko rufen. Er lacht blöde und zeigt Robin den Stinkefinger. Mir bricht kalter Schweiß aus und ich beginne zu zittern. Nichts wie weg hier. Bestimmt geht gleich die Schlägerei los. Aber meine Füße bewegen sich nicht. Wie gelähmt stehe ich da und starre Robin an, warte auf seine Reaktion. Er prügelt nicht gleich drauf los. Stattdessen hat er die Zähne fest zusammengebissen. Seine Augen schwimmen. Die Finger krallen sich so heftig um die Träger seines Ranzens, dass sie ganz weiß sind. Unmerklich schüttelt er den Kopf. Plötzlich weiß ich es ganz genau. Er will das nicht. Er ist kein Schläger. Marko provoziert ihn weiter, lacht ihn aus, beleidigt ihn. Es ist nicht fair, einen so lange zu ärgern, bis er ausrastet und dann zu sagen, er sei gefährlich! Ich werde wütend. Bevor ich weiß, was ich tue, stehe ich zwischen Robin und Marko.

„Lass ihn in Ruhe“, sage ich.

„Was willst du denn, du Null? Du hast hier gar nichts zu melden!“ Die Worte stechen mir sengend heiß in die Brust, aber ich will sie nicht mehr glauben. Jetzt ist Schluss. Ich schubse Marko weg. „Lass ihn in Ruhe“, wiederhole ich und merke, wie mir heiß wird vor Aufregung. Marko flippt aus. Er will mir eine ballern, aber ich halte ihn am ausgestreckten Arm auf Abstand. Es macht ihn rasend, dass er kleiner ist und nicht an mich ran kommt. Wieder beschimpft er mich und mir platzt der Kragen. Ich schlage zu. Als der Lehrer kommt, liegt Marko heulend am Boden. Im Austeilen ist er besser als im Einstecken. Robin erzählt, wie alles gekommen ist. Der Lehrer sieht mich verwundert an. Ich spüre seinen Respekt, weil ich mich für meinen Mitschüler eingesetzt habe. Trotzdem bekomme ich eine Strafe. Marko auch. Prügeln ist keine Lösung. Ich sehe das ein und wollte das ja auch gar nicht. Aber ich bin kein Opfer. Und auch sonst niemand. Während ich nach der Schule die Pausenhalle schrubbe, bin ich irgendwie stolz auf mich. Robin weiß jetzt, dass er einen Freund in der Klasse hat, der zu ihm steht. Ob ich für ihn ein Held bin? Ich lache vor mich hin. Nein, wer Freunde hat, braucht keine Helden.

Die Kannenbäckerin – Neues Buchprojekt

Es ist doch immer wieder lustig, wie neue Buchideen entstehen. In diesem Fall folgte die Idee auf dem Fuße eines Telefonats mit Frau Arlt, Programmleiterin beim Francke-Verlag. Sie erwähnte nämlich, dass Kunden schon öfter nach historischen Romanen gefragt hätten, die in Deutschland angesiedelt sind und nicht irgendwo in England oder Amerika spielen.

Also setzte ich mich hin und googelte spaßeshalber mal „Die Pest im Westerwald“. Wenn ich schon darüber nachdenke, einen historischen Roman in Deutschland zu schreiben, dann lasse ich ihn doch am besten in der Region spielen, wo ich wohne. Was das Internet zu Tage förderte, war eine reiche Fülle an geschichtlichen Ereignissen. Fasziniert recherchierte ich kreuz und quer durch den dreißigjährigen Krieg, die Grafen von Sayn und das Kannenbäckerland. Dabei kam so viel Material zusammen, dass ich damit locker zwei Romane schreiben kann. Obwohl ich erst dachte, die junge Gräfin Ernestine von Sayn, die schon früh aus ungeklärter Ursache verstarb, würde das Rennen machen, wurde sie rechts von der Kannenbäckerin überholt, die sich dreist meiner Gedankengänge bemächtigte. So was kenne ich ja schon von der stummen Magd und habe mich diesmal nicht gewehrt, sondern mich prompt ans Plotten gesetzt und die Geschichte in groben Zügen festgehalten.

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Da es sich hier nicht um eine historische, sondern eine fiktive Person handelt, kann ich meiner Fantasie freien Lauf und trotzdem ein Stück Lokalgeschichte aufleben lassen. Hauptperson ist Johanna Hatterod, die im Alter von zwölf Jahren ihre gesamte Familie an die Pest verliert. Um im kriegsgebeutelten Westerwald zu überleben, der von immer neuen Scharen kaiserlicher Truppen verwüstet wird, verkleidet sie sich als Junge und schafft es so, sich zu ihrem Onkel durchzuschlagen. Da er für sie ein Fremder ist (die Brüder waren zerstritten), erzählt sie ihm nicht, dass sie eigentlich ein Mädchen ist und wird so zum Töpferlehrling.

Natürlich fliegt der Betrug irgendwann auf und Johanna muss hart darum kämpfen, ihren geliebten Beruf ausüben zu können. Da gibt es eine ganze Reihe gesellschaftlicher Probleme, Anfeindungen und Verwirrungen, wobei natürlich auch eine Romanze nicht fehlen darf. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.

Die ersten zwei Kapitel sind geschrieben und ich hoffe, dass ich die Rohfassung bis Juni 2020 abschließen kann. Was haltet ihr von der Idee?

Cover Reveal – Die stumme Magd

Die letzten Wochen und Monate waren gespickt mit Arbeit am Manuskript der stummen Magd, einem historischen Roman, der im Februar 2020 im Francke-Verlag erscheint. Ich habe Szenen umgestellt, wobei plötzlich andere Charaktere in der Szene mitspielten, da die ursprünglichen Personen erst später auftauchen. Ich habe neu formuliert, um Szenen packender zu gestalten oder klarer zu machen. Ich habe sogar ein komplett neues Kapitel eingefügt, um einen nicht behandelten Aspekt der Geschichte zu ergänzen – all das unter der einfühlsamen Regie meiner lieben Lektorin Evelyn Uebach. Sie hat sich wirklich ins Zeug gelegt, um das Beste aus der Magd herauszukitzeln, und ist mir dabei immer freundlich und wertschätzend begegnet. Eine wirklich tolle Zusammenarbeit, die mich enorm motiviert hat.

Jetzt sind alle Änderungen fertig, die Druckfahne ist Korrektur gelesen, die Autorenbiographie wurde aktualisiert und was fehlt jetzt noch? Das Cover natürlich. Auch hier gab es regen E-Mail Verkehr, Vorschläge hin und her und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Voller Stolz präsentiere ich:

Der Roman um das rätselhafte Mädchen, das nicht spricht, ist aus der Sicht von Daniel geschrieben, dem Stallburschen, der für ihn völlig überraschend zum Stallmeister aufsteigt, und dessen einfühlsames Herz es ihm nicht erlaubt, die Magd zu ignorieren, die von allen so schlecht behandelt wird.
Jedes Kapitel wird mit einem Brief eingeläutet, den Daniel an seine Mutter richtet, und in dem er seine Erlebnisse verarbeitet und seine Fragen und Zweifel äußert. Nur an wenigen Stellen weiche ich von diesem Muster ab, um Akzente zu setzen. Im Prolog, in einem Einschub mitten im Buch und im Epilog dürfen wir die Sicht der Magd einnehmen und kurz in ihre Gefühlswelt eintauchen.

Wer gern etwas über die Entstehungsgeschichte der stummen Magd erfahren möchte, kann sie in diesem Post nachlesen.

Wie gefällt euch das Cover?

Es ist da!

Veröffentlichung von
Am Rande des Lichts!

Wie man unschwer erkennen kann, bin ich sehr glücklich, diese beiden prachtvollen Taschenbücher jetzt in Händen halten zu können. Drei Jahre nach Erscheinen der englischen Originalversion ist nun endlich die deutsche Übersetzung der ‚Lebenswege‘-Reihe auf einem guten Weg.

Zeit, zurück zu schauen und zu staunen, was sich seit meiner verrückten Romanidee alles ereignet hat.

Was als heimliches Tippen im stillen Kämmerlein begann, nahm schon bald ordentlich Fahrt auf. Spätestens mit der Annahme der Kinderbuchreihe Jabando vom Francke-Verlag wurde mir klar, dass Schreiben mehr ist als nur ein Hobby. Ich brenne für die Geschichten in meinem Kopf, für die Sätze, die ich formuliere, für die Gefühle und Erkenntnisse, die ich transportieren darf, um damit andere anzustecken, zu inspirieren oder zum Nachdenken zu bringen. Und vielleicht beschere ich auch nur ein paar schöne Stunden in einer anderen Welt.

Dankbar bin ich, dass ich dem jetzt hauptberuflich nachgehen kann. Dankbar bin ich für die tolle Unterstützung meiner Familie und Freunde. Dankbar bin ich für die vielen, vielen Kontakte, die ich weltweit mit anderen Autoren knüpfen konnte, von denen ich lerne, die ich unterstütze und die mich unterstützen. Dankbar bin ich für mein Bloggerteam, das mir bei dieser Veröffentlichung erstmalig mit tollen, kreativen Posts hilft, meine Reichweite zu erhöhen und mehr Menschen auf meine Bücher aufmerksam zu machen. Denn ‚Am Rande des Lichts‘ ist im Eigenverlag erschienen, was bedeutet, dass nur ich Werbung dafür mache, denn kein Verlag steht in den Startlöchern, um das Buch zu vermarkten.

Am allerdankbarsten bin ich aber meinem Gott, der mich in allem begleitet und dieses Talent, mit Worten umzugehen, in mich hinein gelegt hat. Dafür habe ich nichts getan, außer zu lesen, zu lesen und noch mehr zu lesen. Keine Schreibkurse, kein Sprachstudium. Einfach nur die Liebe zum geschriebenen Wort. Ich vermute, dass er das als lebendig gewordenes Wort gut nachvollziehen kann. Autoren werden ja gern gefragt, woher sie ihre Ideen nehmen. Ich bekomme sie geschenkt. Sie sind plötzlich da und ich weiß nicht, woher. Aber ich habe da so eine Ahnung …

Also feiert mit mir die Veröffentlichung von ‚Am Rande des Lichts‚, lest das Buch, hinterlasst eine Bewertung irgendwo im Netz und erzählt euren Freunden davon, wenn es euch gefallen hat.

Im Februar erscheint dann schon das nächste Buch von mir, diesmal wieder beim Francke-Verlag. Doch dazu mehr im nächsten Post.

LaPax von Linda Kieser

Über dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, denn es stand schon länger auf meiner Leseliste. Als ich dann sah, dass es auf Lovelybooks dazu eine Leserunde gab, bewarb ich mich gleich. Und, was soll ich sagen? Ich habe tatsächlich ein signiertes Buch gewonnen mitsamt einer Sammlung von Postkarten mit den Illustrationen aus dem Buch.

An dieser Stelle noch ein großes Dankeschön an die Autorin!

Menschen haben keine Namen, Menschen haben Nummern. Beziehungen existieren nicht mehr, ebensowenig wie natürliche Lebensmittel oder freie Berufswahl. Dafür kann man endlos Bildschirmspiele spielen und hat die beste medizinische Versorgung. 

So sieht das Leben im System aus, das Linda Kieser als Basis für ihren Roman erfunden hat. Ein paar wenige Familien gibt es aber doch, denn hin und wieder brechen Menschen aus dem System aus und pflanzen sich auf natürlichem Wege fort. Das ist zwar nicht gern gesehen und die Natürlichen werden von ihren genetisch gezüchteten Mitmenschen verachtet, aber sie werden geduldet – noch. Bevor es zum Schlimmsten kommen kann, schickt ihre Oma die Geschwister Seven, Ray und Mini auf eine Reise ins Ungewisse. Sie sollen eine geheimnisvolle Stadt finden, in der alles anders ist als im System. Obwohl die Kinder keine Vorstellung davon haben, wo sie suchen sollen und ob es diese mysteriöse Stadt überhaupt gibt, machen sie sich auf den gefährlichen Weg. 

Der Autorin gelingt es, hier ein spannendes Szenario aufzubauen, das einen sehr ins Grübeln bringt. Wie weit sind wir von diesen Zuständen noch entfernt? Und wie leicht wäre es möglich, ein solches System einzurichten? Und wer hätte tatsächlich den Mut, aus einem solchen System auszubrechen? 

Der Hoffnungsfaktor spielt in dieser Geschichte eine der größten Rollen. Clara, die Großmutter der Kinder, hat irgendwann einmal von dieser Stadt gehört und nährt die Hoffnung lange in ihrem Herzen. Sie bereitet die Kinder darauf vor, auf die Reise zu gehen, die sie selbst nicht mehr antreten kann, und gibt ihre Hoffnung an sie weiter. Kann es auch in unserer Gesellschaft etwas geben, was derart tragfähig ist? 

Das muss der Leser sich unweigerlich fragen. Ob die Hoffnung erfüllt wird oder nicht, will ich hier nicht spoilern. 

Von mir gibt es nur noch eine uneingeschränkte Leseempfehlung, gerade auch für Computerspiel-begeisterte Jugendliche. Ich werde das Buch jetzt mal an meinen Sohn weiterreichen, nachdem ich es in einem Tag ausgelesen habe.

Näheres findet ihr auf der Homepage von LaPax.

Am Rande des Lichts – Eine Woche bis zur Veröffentlichung

Nur noch eine Woche, dann erscheint endlich die deutsche Version meines englischen Romans ‚Out of the Dark‘ als Band 2 der Lebenswege-Reihe.

Diese Geschichte ist viel mehr als eine romantische Lovestory. Es geht um Freundschaft, Familie und Hoffnungen ebenso wie um die Bewältigung der Vergangenheit.

Beide Protagonisten hatten es in ihrer Kindheit und Jugend nicht leicht, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Während Jim behütet in einer christlichen Familie aufwuchs, die ihm viel Wärme und Liebe mit auf den Weg gab, war Josies Kindheit von Einsamkeit und Kälte geprägt. Wo Jim mit seiner Hochsensibilität nicht klar kam und in Aggressionen flüchtete, tauchte Josie in die Malerei ab und bewahrte sich so einen Rest innerer Wärme.

Als sie sich begegnen, spüren sie eine Verbundenheit, eine Art Seelenverwandschaft, die zunächst einmal die offenkundigsten Hindernisse zu überwinden scheint. Doch die Verletzungen ihrer Seelen sind tief und es braucht viel Zeit und Mut, um die schwierigen Themen anzugehen.

Eingebettet in die Kleinstadt-Idylle irgendwo in Oklahoma lernt Josie zum ersten Mal in ihrem Leben kennen, was Liebe, Freundschaft und Familie wirklich sind. Aber kann sie damit umgehen? Unter normalen Umständen vielleicht schon, aber dann geschieht etwas, das sie in die tiefen Abgründe ihrer traumatischen Vergangenheit stürzen lässt.

Sowohl Jim als auch Stacey, Josies Mitbewohnerin und beste Freundin, kämpfen wie die Löwen, um Josie nicht zu verlieren.

Ein emotionaler, tiefgründiger Roman, der über eine simple Romanze weit hinausgeht.

Das EBook jetzt vorbestellen und direkt am Erscheinungstag anfangen zu lesen!

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Natürlich wird es ab dem 15. November dann auch eine Taschenbuchausgabe geben.

Girl from the Tree House by Gudrun Frerichs

This book came to my attention when the author enquired about a translation into German. I was totally baffled by the whole concept. Not the translation, that’s easy enough to grasp, but by the concept of writing a book about a person with multiple personalities from the point of view of these varied personalities.

I had to read it. Each chapter starts with the name of the personality currently controlling the body, which is important to understand what is going on. Most of the personalities are aware of each other and communicate. They live together in an imaginary tree house and each one plays an important role in the Tribe, as they call themselves. Only Elise is unaware of the rest and lives a nightmare, because every time another personality takes over the body, she has no memory of what happened and ends up in places she doesn’t remember going. I can’t even begin to imagine what that must be like.

As if this wasn’t fascinating enough, Elise and the Tribe are on the run. They desperately want to get away from the family who always kept them drugged and locked up. Bordering on a miracle, they make it to an old house that used to belong to their aunt. Memories pop up and cause havoc within the Tribe, while things on the outside take nasty turns as well. But there are a few precious people to trust and the whole mystery gets resolved in the end, but not without considerable drama.

This book had me captured and especially towards the end on the edge of my seat. The different personalities are really different, not just hues of, let’s say, a woman in her mid-thirties. No, there are children, boys, girls, young men and women and older adults as well, each of them carrying a part of a completely fragmented memory and serving a different function to make life manageable. Such a disorder doesn’t simply happen, it is usually the result of massive abuse or trauma. This topic was dealt with very delicately by the author, who named the deed, but didn’t describe it, for which I am immensely grateful.

Frerichs has created a one-of-a-kind thriller with her vast experience as a therapist. This book is a big step towards understanding what we so inadequately name mental illness and also gives some advice on how to treat people suffering from it. Or should I say, the observant reader will take note of the emotions described in the story, when the Tribe is called crazy, and try to avoid such reactions.

I highly recommend reading this book!

Candhûn – Schleier der Anderswelt von Diana Klewinghaus

Fantasy lese ich eher selten. Warum? Mein erster Fantasyroman war ‚Der Herr der Ringe‘ und der hat mich für alle anderen verdorben. Über viele Jahre empfand ich alles, was ich in der Richtung in die Finger bekam, als hoffnungslos inadäquat und nachgemacht. Lange habe ich kein Buch dieses Genres mehr angefasst, doch die Zeiten ändern sich bekanntlich. Auf Instagram findet man ja immer wieder Leseproben oder Textschnipsel von Büchern, so auch von diesem hier. Sie sprachen mich an. Nicht unbedingt, weil ich das Thema so spannend fand, sondern weil die Sprache so schön war. Der Stil von Klewinghaus hebt sich deutlich von der heute oft gepredigten Norm von kurz, einfach und schnörkellos ab. Wortgewaltig und poetisch kommt diese Geschichte daher und nahm mich mit ihrer Poesie gefangen.

Der Anfang verwirrte mich allerdings. Ich konnte die sprunghaften Gedanken von Protagonistin Ella oft nicht nachvollziehen. Alles wirkte oberflächlich und wirr. Wäre das Buch nicht so gut geschrieben, hätte ich es vielleicht nach dem ersten Kapitel zur Seite gelegt. Zum Glück tat ich es nicht, denn dieses Buch wird immer besser, je länger man es liest, und Ellas Verwirrung so darzustellen, dass sie sich auf den Leser überträgt, ist eine Kunst.
Mit Candhûn hat die Autorin eine leicht nachvollziehbare Welt erschaffen, in der es einem nicht schwerfällt, sich zurecht zu finden. Da gibt es Duria, die alles beherrschen und reglementieren wollen, besonders den alten Glauben, dem die Menschen nur noch im Geheimen folgen dürfen. Und dann gibt es die Nordareale, wo die alten Wege aufrecht erhalten werden und die Menschen sich gegen die Unterdrückung durch Duria zur Wehr setzen.

Der schwelende Konflikt und die Beteiligten waren anfangs nicht so leicht zu durchschauen, denn ständig wurden Andeutungen gemacht, die aber nicht erklärt wurden. Besondere Gaben waren im Spiel und ich fragte mich, was es damit auf sich hatte.
Geschickt vermeidet die Autorin es, die Gaben schlicht zu erklären. Vielmehr nimmt sie den Leser mit auf die Reise, bei der Ella ihre Gabe entdeckt, die sie über Jahre unterdrückt hat. So entdeckt auch der Leser Stück für Stück im Geschehen, was sich dahinter verbirgt.
Die Charaktere sind hervorragend dargestellt und werden im Laufe der Geschichte immer klarer, ganz so, als würde man sie näher kennenlernen. Es braucht Zeit und auch so manche Überraschung, um die Tiefen der Psyche, ihre Beweggründe und Verletzungen, Hoffnungen und Ängste zu ergründen.
Manchmal sorgten die epischen Formulierungen für eine Komik, bei der ich mir nicht sicher bin, ob sie beabsichtigt war oder nicht. Ich vermute Ersteres, denn trotz der oft düsteren Stimmungen in der Geschichte durchzieht alles eine angenehme Spur von Humor.

Dieser Roman entfaltet sich Stück für Stück, bis er am Schluss in voller Blüte steht und den Leser mit einem Gefühl der Hoffnung entlässt – und dem Versprechen auf ein Wiedersehen. Denn die Geschichte ist am Ende des Buches gerade erst so richtig in Fahrt gekommen und bedarf einer Fortsetzung, an der die Autorin bereits arbeitet.
Eine absolute Leseempfehlung von mir, denn dieses Fantasy-Epos ist ganz anders als der Herr der Ringe, fesselt aber ebenso mit seiner Mystik.

Alles Weitere findet ihr hier: https://candhun.de/