Wer sich mit Geistern einlässt …

… darf sich nicht wundern, wenn nichts so läuft, wie man es erwartet hat. Anfang Dezember war ich noch guten Mutes, was mein Schreibprojekt „Der Mühlengeist“ angeht. Schreibstart war der 14. Dezember und ich wollte bis Ende Februar mit dem Rohentwurf fertig sein. Aber ach. Wie mühsam und sperrig gestaltete sich diese Geschichte! Von meinen bisherigen Projekten verwöhnt hatte ich erwartet, mich an den Rechner zu setzen und zuzusehen, wie meine Finger über die Tasten fliegen und der Roman quasi von selbst Gestalt annimmt.

Nichts dergleichen geschah. Satz für Satz musste ich mir qualvoll langsam aus dem Gehirn pressen. Wo ich sonst mit Leichtigkeit 2000 Wörter am Tag runterschrieb, war ich froh, wenigstens die Tausendermarke zu knacken. Ständig saß ich da und rätselte: Äh, und was passiert jetzt? Zweifel überrollten mich. Eine Geschichte, die man so mühselig aufs Papier quetscht, kann nicht interessant und schon gar nicht spannend sein.

Gott sei Dank habe ich meine hochgeschätzten Schreibbegleiter. Mein Mann und eine liebe Freundin bekommen die ungeschönten Rohkapitel geschickt, so wie ich sie fertig habe, und geben mir Feedback. Ich war völlig baff, als sie sagten, doch, die Geschichte ist spannend. Man fiebert mit, will wissen, wie es weitergeht! Ich glaube, ohne dieses Feedback hätte ich aufgegeben.

Der Mühlengeist – Projektplan

Zusätzlich kam erschwerend hinzu, dass meine Gesundheit mich mehr als einmal lahmgelegt hat. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und mehrere Migräneattacken über drei Tage verhinderten das Vorankommen. Ihr seht die Lücken in der Grafik links. Wenn man die Grafik rechts realistisch betrachtet, bin ich trotz allem schon weit gekommen: Von den bis Ende Februar angepeilten 80000 Wörtern (das sind ungefähr 300 Buchseiten) hatte ich Mitte Februar knapp 60000 erreicht. Doch das Ende der Geschichte lag noch in weiter Ferne und ab März hatte ich den nächsten Übersetzungsauftrag zugesagt. Also habe ich mein Schreibziel einfach verschoben. Jetzt stehen 90000 Wörter bis Ende April im Plan. Das entspannt mich deutlich.

Vor einigen Tagen habe ich dann endlich die Szene erreicht, die mich von Anfang an am meisten an der Geschichte gereizt hat. Seither sind sowohl Schreiboutput als auch Motivation deutlich angestiegen. Endlich bin ich da angekommen, wo ich die ganze Zeit hin wollte und was mir anfangs schon durch den Kopf spukte. Und prompt läuft wieder alles anders, als geplant. Sorgfältig hatte ich mir die Abfolge der Szenen notiert, um mich beim Schreiben daran entlang zu hangeln, doch den Protagonisten war das mal wieder egal. Die drückten plötzlich aufs Gaspedal und die Ereignisse überschlugen sich. Leute, Bücher schreiben ist echt ein Abenteuer.

Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, wie lang das Buch am Ende wird. Es liegt noch einiges vor mir und wer weiß, was der Mühlengeist noch für Überraschungen aus dem Hut zaubert. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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