Die Kannenbäckerin – Hintergründe

Im Januar 2021 ist es so weit: Der nächste historische Roman aus meiner Feder erscheint und diesmal bewegen wir uns im Deutschland des 17. Jahrhunderts, genauer gesagt im Westerwald während des Dreißigjährigen Krieges.

Es gibt nicht weit von meinem Wohnort eine Region, die sich das Kannenbäckerland nennt. Reichhaltige Tonvorkommen in Kombination mit viel Wald boten optimale Bedingungen für das Töpferhandwerk, das im 17. Jahrhundert trotz des Krieges seine Blütezeit erlebte. Zahlreiche Töpfer siedelten sich hier an und produzierten qualitativ so hochwertiges Steinzeug, dass es in die Fürstenhäuser ganz Europas und sogar bis nach Amerika exportiert wurde.

Natürlich besuchte ich bei meinen Recherchen das Keramikmuseum Westerwald. Die Tatsache, dass die Leute damals Holzöfen auf Temperaturen von 1200° Celsius feuerten, faszinierte mich ebenso wie die unglaublichen Kunstwerke, die geschaffen wurden. Hier seht ihr eine kleine Auswahl:

Auch die Recherchen über das Salzbrennverfahren fand ich ausgesprochen spannend und war froh, dass meine Protagonistin Johanna damit als Kind in Berührung kommt und so dieses ganze unheimlich anmutende Unterfangen sehr intensiv erlebt.

Vor Ort Recherche war für mich in verschiedener Hinsicht überraschend. Während der von mir gewählte Hauptschauplatz der Geschichte, nämlich der Ort Hilgert, so groß ist, dass man sich ein Dörfchen mit 10 Häusern kaum noch vorstellen kann, schien sich Grenzau, Sitz des Grafen von Isenburg, der die Töpferei stark förderte, kaum verändert zu haben.

Nach dem Besuch musste ich einige Passagen überarbeiten und den neugewonnenen Ortsvorgaben anpassen. Dass Grenzau beispielsweise so tief in einem Talkessel liegt, hatte ich nicht erwartet. Für die Zukunft weiß ich, dass ich erst eine Ortsbegehung mache und dann schreibe.

Es ist ein besonderes Vergnügen, in die Geschichte der eigenen Heimat einzutauchen und herauszufinden, wie die Menschen hier früher gelebt haben. Deswegen werden auch zukünftige Romane von mir hier im Westerwald spielen.

Doch zurück zur Kannenbäckerin. Es war gar nicht unüblich, dass Frauen die Berufe ihrer Männer beherrschten und auch ausübten, wenn dem Mann etwas zustieß. Die Zunft der Kannenbäcker hatte allerdings sehr strenge Regularien. Nur der älteste Sohn eines Töpfermeisters durfte seinerseits Meister werden. Die Nachfrage an Geschirr, Kannen, Einmachtöpfen und Mineralwasserflaschen (ja, wirklich!) war aber wohl so groß, dass auch Töpfer über die Runden kamen, die keine Meister waren. Sie wurden ‚Schnatzen‘ genannt. Doch aufgrund der besonderen Umstände, unter denen meine Kannenbäckerin ihr Handwerk erlernt hat, werden ihr haufenweise Steine in den Weg gelegt und sie sieht sich irgendwann sogar mit einer Hexenanklage konfrontiert.

Ich war nicht wenig überrascht, dass die Hexenprozesse alles andere als willkürlich waren. Es gab ein genau festgelegtes Prozedere, nach dem vorgegangen wurde. Die Willkür lag meist bei den Anklägern und der Habgier der Inquisitoren, die für jede verurteilte Hexe gut bezahlt wurden. Tatsächlich wurde ein Mitglied der berühmten Töpferfamilie Knütgen als Hexer angeklagt und landete auf dem Scheiterhaufen, was im Roman für eine interessante Wendung sorgt.

Die Figuren im Roman sind frei erfunden, doch ich habe mich der Nachnamen einiger Töpferdynastien der Zeit bedient. Genaue Zeitangaben sucht man vergebens, denn die historischen Ereignisse ließen sich mit Johannas Lebensgeschichte nicht richtig überein bringen. Die Gründung der Zunft und das Ende des Krieges als zwei historisch relevante Eckdaten hätten erfordert, dass ich mehrere Jahre hätte überspringen müssen. Das hätte den Fluss der Geschichte gestört, also habe ich bewusst auf Datierungen verzichtet. Dem Leser wird das nur auffallen, wenn er selbst intensiv recherchiert.

Abschließend freue ich mich, euch das Cover des Romans präsentieren zu können. Sobald das Buch vorbestellbar ist, werde ich es natürlich auf der Homepage verlinken.

Erscheint Januar 2021

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