Die stumme Magd

Letztes Jahr überfiel mich eine Idee. Ideen tun sowas schon mal mit mir, weswegen ich überhaupt erst Autorin geworden bin. Ich war von dieser Idee alles andere als begeistert, denn sie kam in Form eines historischen Romans daher. Nein, dachte ich, kein historischer Roman, auf gar keinen Fall. Da muss man so viel recherchieren!
„Geh weg“, sagte ich der Idee, aber die hörte nicht auf mich.

Immer wieder landeten meine Gedanken auf einem wunderschönen ländlichen Anwesen in England, einem Gestüt um genauer zu sein. Szenen entspannen sich vor meinem inneren Auge, die ich grundsätzlich sehr spannend fand, aber ich wollte sie einfach nicht aufschreiben, zumal ich gerade beschlossen hatte, mich auf die deutsche Schreiberei zu konzentrieren und alle Szenen sich auf englisch abspielten.

Nach mehreren Monaten war sie noch immer da, die stumme Magd und drängte mich mit der ihr eigenen Charakterstärke, ihre Geschichte aufzuschreiben. Schließlich gab ich nach. Ich schrieb etwa ein Drittel der Geschichte runter – geplagt von meinem latent schlechten Gewissen, dass ich nun doch wieder auf englisch schrieb, wo ich das doch lassen wollte und sowieso zu wenig Zeit hatte. Zufrieden war ich mit meinem Geschriebenen auch nicht. So interessant die Geschichte auch war, ihr fehlte etwas. Da war nur ein Gerüst, ein Skelett ohne Fleisch und Muskeln. Der Story fehlte Atmosphäre.

Dann traf ich eine Entscheidung. Wenn ich diese Geschichte denn nun unbedingt schreiben sollte, würde ich mich voll und ganz darauf einlassen und sie auf deutsch schreiben. Jetzt kam Bewegung in die Sache. Sehr viel Bewegung. Ich recherchierte wie verrückt und war praktisch an den Computer gefesselt, schrieb schon fast zwanghaft in drei Monaten 80.000 Wörter. Dann war sie fertig, die Geschichte der stummen Magd. Nochmal überarbeiten und raus an drei Testleser. Das Feedback war überwältigend.

Derart motiviert überarbeitete ich den Text noch einmal und schickte ihn an den Francke-Verlag. Letzte Woche kam die Rückmeldung. „Wir werden Ihren Roman sehr gern in unserem Frühjahrsprogramm 2020 veröffentlichen.“ Ja, sie weiß, was sie will, die stumme Magd und sie lässt nicht locker, bis sie es hat.

Und damit ihr euch schon mal vorfreuen könnt, gibt es hier eine kurze Beschreibung:

Yorkshire, 1711
Der junge Stallbursche Daniel Huntington bekommt überraschenderweise eine Anstellung als Stallmeister auf dem renommierten Gestüt des Baronets Brigham angeboten. Voll Feuereifer stürzt er sich in seine neue Aufgabe, um sich zu beweisen. Alle eine Träume scheinen wahr geworden zu sein und er lebt sich schnell in seiner neuen Umgebung ein.
Unter den Bediensteten des Baronets befindet sich allerdings eine Magd, die ihm nach kurzer Zeit Rätsel aufgibt. Sie spricht nicht und wird von allen anderen gemieden. Sie muss schwer schuften und der Baronet wacht über sie wie ein Schießhund. Niemand kennt ihren Namen.
Was hat es mit diesem stummen Mädchen auf sich und was hat die kleine weiße Stute damit zu tun, die sich von niemand anderem als ihr anfassen lässt? Als der alte Stallmeister mit seinem letzten Atemzug eine Warnung ausspricht, ahnt Daniel Böses.

2 Kommentare zu „Die stumme Magd

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