Schreibupdate 1/24

Der halbe Februar ist schon wieder rum, dabei hatte das Jahr doch gerade erst angefangen! Zeit für einen Blick auf meine schriftstellerischen Aktivitäten. Dezember und Januar standen ganz im Zeichen des Projekts BiS, das ich bis Ende Januar fertig haben wollte. Irgendwie hatte ich angenommen, dass diese Geschichte nicht so viel Raum einnimmt, und sie mit 65 000 Wörtern recht knapp angesetzt. Dieses Schreibziel war Mitte Januar erreicht, allerdings war das Ende der Story noch nicht in Sicht. Also habe ich das Schreibziel nach oben korrigiert. Die neuen 80 000 Wörter hatte ich dann zum Monatsende geknackt, aber …

Tja, jetzt stehe ich da mit meinem frisch gewaschenen Hals. Ich habe keine Ahnung, wie lang diese Story noch werden möchte. Wäre das Leben einfach und geschmeidig, würde ich mit den Schultern zucken und weiterschreiben, bis das Ende erreicht ist. Doch aus Gründen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, steht Geld verdienen zurzeit in der Prioritätenliste ganz oben. Und ob ich mit dieser Story Geld verdienen werde, steht absolut in den Sternen. Das ist die bittere Realität, weswegen Projekt BiS in den Feierabend-Modus gerutscht ist. Ich schreibe nur noch nach Zeit und Laune weiter, während ich mich auf den Brotjob konzentriere: Übersetzen.

Nur, um es für euch mal in Relation zu setzen: Momentan verdiene ich mit einem Übersetzungsauftrag so viel, wie ich an Tantiemen fürs ganze Jahr vom Verlag bekomme. Für alle Bücher zusammen, wohlgemerkt. Erstaunlicherweise erschüttert mich diese Situation nur mäßig. Ich habe gerade richtig Lust aufs Übersetzen und komme in großen Schritten voran. Das macht mich glücklich.

Dass ich beim Einschlafen trotzdem noch über Projekt BiS nachdenke, ist völlig unproblematisch, denn ich weiß, dass ich es noch fertigstellen werde, wenn die Zeit dafür reif ist. Das habe ich inzwischen begriffen: Die Geschichten finden ihren Weg. Worauf ich außerdem richtig Lust habe, wenn ich denn zum Schreiben komme, ist die Mystery Reihe, die schon länger vor sich hin gärt. Ich denke, sie wird nach BiS meine Aufmerksamkeit bekommen. Sorry an alle, die auf einen weiteren historischen Westerwald-Roman warten, das wird wohl noch dauern.

Ich kann und will nichts erzwingen, denn ich glaube nicht, dass ich mir und meinen Lesern damit einen Gefallen tue. Meine Bücher entstehen mit einer manchmal etwas unheimlichen Eigendynamik, die sich schlecht steuern lässt. Das ist wie Gärtnern. Es nützt nichts, am Grashalm zu ziehen, der wächst von alleine. Und wenn gerade nichts wächst, muss man eben warten. Wenn es aber wachsen will, dann wird sich auch die Zeit dafür finden, notfalls einhergehend mit etwas Schlafmangel. Das kenne ich ja auch schon, wenn der Schreibgorilla tobt. Das tut er zurzeit allerdings nicht, sonst wäre die Story vermutlich schon fertig, egal, wie lang sie werden will.

Anmerkung der Redaktion: Als tobenden Schreibgorilla bezeichnet die Autorin einen merkwürdig entrückten Zustand, in dem sie zu nichts anderem in der Lage ist, als auf Gedeih und Verderb eine Geschichte fertig zu schreiben, die ihre Gedanken vollständig beherrscht.

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