
Miriam hat ihren beruflichen Erfolg hart erkämpft. Das fromme Weltbild ihres strengen Elternhauses hat sie jedoch längst abgelegt. Doch als alte Wunden aufbrechen, beschließt sie, sich einer neuartigen Therapie zu unterziehen, um ihre traumatischen Kindheitserfahrungen endgültig hinter sich zu lassen. Doch irgendetwas geht schief, und mit einem Mal sieht sich Miriam ihrem kindlichen Ich gegenüber. Fortan wird sie auf Schritt und Tritt von dem kleinen rothaarigen Mädchen begleitet, das niemand außer ihr sehen kann. Dies bringt nicht nur Miriams Berufs- und Privatleben gehörig durcheinander, sondern stellt auch ihre scheinbar so fest verankerte Weltsicht infrage …
Eine berührende Geschichte, die dabei hilft, die ungeheure Kraft des kindlichen Glaubens zu entdecken.
Dieses Buch war mir auf Instagram aufgefallen und klang richtig interessant. Nachdem ich bereits die Soko mit Handicap Bücher des Autors Thomas Franke verschlungen hatte, war ich neugierig, was es mit dem kleinen, rothaarigen Mädchen wohl auf sich hatte.
Die Powerfrau Miriam war mir anfangs etwas unsympathisch, weswegen ich ein wenig schadenfroh das Auftauchen ihres kindlichen Ichs beobachtete, das ihren erfolggetriebenen Lebensstil komplett über den Haufen wirft. Die Geschichte wird hier mit viel Witz erzählt und es hat mich amüsiert, wo und wie die Kleine reingrätscht und am starren Gedankengerüst der Protagonistin rüttelt. Die Rahmenhandlung rund um die Vertuschung von Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen hat eher Thrillercharakter, was für mich eine gelungene Mischung war. An einigen Stellen war es zwar ziemlich unrealistisch, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.
Die emotionale Kehrtwende, die Miriam durchläuft, war hingegen absolut glaubhaft und einfühlsam beschrieben und regt auch den Leser zum Nachdenken an. Insgesamt ein gelungenes, berührendes Buch mit jeder Menge Spannung.