Da stehe ich nun. Verblichen, abgenutzt, mit einigen Rissen.

Das alte Jahr hat mir viel abverlangt. Sehr viel, aber nicht zu viel. Meine Seele fühlt sich an wie ein umgegrabes Beet. Alles ist aufgewühlt. Unkraut wurde ausgerissen. Feste Klumpen zerschlagen und die ganze Erde aufgelockert. Es tut weh.
Deswegen bin ich froh über die kühlende Decke aus Schnee, die sich jetzt über alles legt. Die Dinge dürfen sich setzen, zur Ruhe kommen. Ich darf zur Ruhe kommen. Darf das Unkraut loslassen und die schweren Klumpen, die auf mir lasteten. Darf dankbar sein für die Grabgabel, die all das bewirkt hat-trotz des Schmerzes, der damit einher ging. Denn jetzt kann ich heilen.
Im Frühjahr dann, wenn der Schnee schmilzt und es wärmer wird, werde ich sehen, was alles neu aus meiner Seele sprießt. Ich weiß, es wird bunt und kräftig wachsen. Der Boden wurde gut gedüngt. So ruhe ich mit Freude und Hoffnung auf das, was kommen wird. Ich mache mir nicht die Illusion, dass mir keine Probleme mehr ins Haus stehen. Aber ich werde ganz anders mit ihnen umgehen können.

Herzlich willkommen 2026. Ich bin gespannt, was du für mich bereit hältst.