
Schreibupdate klingt immer so nach ‚in die Tasten hauen‘. Tatsächlich habe ich die letzten Monate sehr wenig in die Tasten gehauen, denn der Schreibprozess beinhaltet eine ganze Reihe von Dingen, die über das reine Formulieren hinausgehen. Beschäftigt habe ich mich mit verschiedenen Projekten.
Zunächst einmal ist da die englische Übersetzung der Tochter der Hungergräfin. Zum vermutlich letzten Mal habe ich den Text durch ein Übersetzungsprogramm gejagt, um ihn hinterher zu überarbeiten. Es ist mühsam, dieses Überarbeiten. Oft muss ich nachsehen, was im Originaltext stand, da die Übersetzung nicht treffend ist. Dann muss ich jedes einzelne Anführungszeichen und jedes einzelne Apostroph ersetzen, weil die Maschine aus Gründen die Formatierung des Originaltextes nicht übernimmt. Dann muss ich fast jeden Satz umstellen, weil die Maschine viel zu wörtlich übersetzt und dabei auch schon mal die englische Grammatik sehr oberflächlich auslegt. Letztendlich spare ich mir zwar Zeit beim Tippen, aber die Nerven, die mich das Überarbeiten kostet, ist die Ersparnis nicht wert. Nichtsdestotrotz habe ich den ersten Durchlauf geschafft. Nun steht die zweite Runde für den Feinschliff an.
Das zweite Projekt ist meine Mystery-Reihe. Der erste Band ist in englischer Sprache fertig geschrieben und sogar bereits Korrektur gelesen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Feedback meiner Testleserin. Womit ich nicht so zufrieden bin, ist die Länge. Die Geschichte entwickelt sich auf deutlich weniger Seiten, als ich das geplant hatte (was für mich eine gänzlich neue Erfahrung ist). So ist dieser erste Band recht kurz und ich fürchte, dass die gesamte Reihe nicht so viele Bände umfasst, wie ich eigentlich wollte. Naja, wir werden sehen, was am Ende dabei herauskommt. Ralph, der Rabe, hat sich jedenfalls zum heimlichen Star entwickelt und nimmt verblüffend viel Raum in der Geschichte ein. Mit Blick auf die anderen Projekte rückt Nr. 2 jedoch wieder in den Hintergrund.
Nr. 3 ist inzwischen in trockenen Tüchern. Im Juli bekam ich das lektorierte Manuskript von Das Holz, aus dem wir geschnitzt sind vom Verlag zurück und konnte es im Turbogang überarbeiten, da ich im Wesentlichen nur Formulierungsvorschläge zu bestätigen hatte. Die herrlich witzigen Kommentare meiner Lektorin haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass die Arbeit leicht von der Hand ging. Die letzten zwei Tage habe ich die Satzfahne durchgesehen und tatsächlich nur noch zwei Fehlerchen gefunden. Das ist neuer Rekord. Somit kann ich mich hier entspannt zurücklehnen und auf die Veröffentlichung im November warten, zu der es diesmal eine Premierenlesung geben wird. Dazu zu gegebener Zeit mehr in den News.
Projekt Nr. 4 ist eine neue Buchidee, die mal wieder aus dem Rahmen fällt. Klar, was auch sonst. Sie spielt weder im 17. Jahrhundert noch im Westerwald und was daraus wird, steht noch in den Sternen. Was ich dazu noch sagen kann: Die Story ereilte mich in meinem Schaukelsessel unterm Kirschbaum, während ich in die Ferne starrte. Die Protagonistin heißt Elisabeth und wird von ihrer Schwägerin mit ständig wechselnden Spitznamen versehen, von Lisbeth bis Sissi, was sie schier zur Weißglut treibt. Es gibt ernste Themen verpackt in jede Menge Humor.
Und weil das noch nicht reicht, gibt es noch Projekt Nr. 5, eine Auftragsübersetzung. Die habe ich zum Glück mit einer großzügigen Deadline ausgestattet, sodass ich in Ruhe immer dann daran arbeiten kann, wenn mein Hirn gerade nichts anderes hergibt. Ich bin also trotz allem nicht im Stress. Nur der Presslufthammer in Nachbars Garten. Der stresst mich. Keine Ahnung, was die da treiben. Drückt mir die Daumen, dass die bald fertig sind!