Ein Sonett für die Müllerin

Lebendige Charaktere, die in keiner Weise stereotyp sind.

Spannend und fesselnd!

Ich habe bis zum Schluss gerätselt.

Westerwald, 1649: Die dreißigjährige Sophie betreibt mit ihrem alternden Vater eine Mühle in einem kleinen Dorf bei Altenkirchen. Eigentlich hatte sie gedacht, dass mit Ende des Krieges alles besser und ihr Mann endlich heimkehren würde. Stattdessen wird im Mühlengraben die Leiche eines Soldaten entdeckt. Danach ereignen sich seltsame Dinge. Sophie hört des Nachts Schritte, Haushaltsgegenstände verschwinden oder finden sich plötzlich am falschen Ort wieder. Die alte Magd Martha ist felsenfest überzeugt: In der Mühle spukt es. Doch diesen Gedanken weist Sophie weit von sich – nicht nur wegen der romantischen Gedichte, die sie findet. Es muss eine natürliche Erklärung geben. Kommt sie dem Geheimnis auf die Spur?


Ist es ein Krimi? Oder eine Liebesgeschichte? Eine Spukgeschichte? Oder ein Familiendrama?
Es ist ein bisschen von allem und das macht dieses Buch so reizvoll. Neben dem Rätsel, das ich den Lesern aufgeben wollte, beschäftigt sich die Geschichte aber noch mit einem ernsten Thema: häusliche Gewalt. Als ich in den sozialen Medien über die Zahl „Eine von Drei“ gestolpert bin, konnte ich es erst gar nicht fassen. Eine von drei Frauen wurde in ihrem Leben mindestens einmal Opfer von häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen. Viele dieser Frauen können aus verschiedenen Gründen nicht darüber sprechen. Ihnen möchte ich eine Stimme geben, möchte für dieses Thema sensibilisieren.
Der Roman wurde von einer Betroffenen gelesen und es hat mich erschüttert, als sie mir bestätigte, dass ich das Verhalten des Täters perfekt eingefangen hätte – ebenso wie die Gefühle des Opfers. Trotzdem ist es so geschrieben, dass es den Leser nicht überfordert. Denn im Vordergrund steht die spannende Unterhaltung eines vielschichtigen Romans.

Leserstimmen

  • Sehnsucht und Liebe finden einen Pfad in das beschwerliche Dasein einer Frau des 17. Jahrhunderts, die all ihre Stärke braucht, um zu überleben.
    Ein Vorfall an der Mühle von Sophies Vater schiebt ein Drama an, das Grusel und Herzklopfen gleichermaßen garantiert. Ich habe den Tränen nahe mit Sophie gelitten und jede zarte Romantik dankbar aufgesaugt.
    Die Geschichte der Müllerin wird von Charakteren erzählt, so lebendig, dass dir ihr Pfeifentabak um die Nase weht. Sie lassen uns teilhaben an einstigen Bräuchen, ihrem Alltagsglück und dem Leid, das Gewalt über die Menschen bringt. Ein ungewöhnlich nahes Bild des Westerwaldes kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Wendungen der Handlung sind clever angelegt, der Sprachstil flüssig und schwungvoll. Erstaunliche Details machen das alte Müllerhandwerk greifbar. Doch am Ende bin ich am meisten gefangen von den liebenswerten Figuren und ihren Antworten auf das Schicksal.
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