Die Kannenbäckerin

Mit einem besonderen Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen

Gefühlvoll, aber voller Spannung

Perfekt komponierter Historienschmöker

Der Westerwald im 17. Jahrhundert

Die 13-jährige Johanna hat ihre gesamte Familie an die Pest verloren. Geblieben ist ihr nur ein unbekannter Onkel, der als Töpfer im Kannenbäckerland arbeitet. Damit sie in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges den weiten Weg überlebt, verkleidet ihre wohlmeinende Nachbarin sie als Jungen. Die neuen Freiheiten, die sie unterwegs genießt, erscheinen Johanna verlockend, genau wie die Aussicht auf eine Lehre im Töpferhandwerk. So verschweigt sie ihrem Onkel die Wahrheit und beweist in der Werkstatt bald nicht nur ein außergewöhnliches Talent, sondern auch eine einzigartige Leidenschaft. Doch kann sie ihre Täuschung in einer von Männern beherrschten Welt aufrechterhalten?

In diesem historischen Roman entführe ich die Leser in die Welt der Töpferei zu einer Zeit, in der es eigentlich unmöglich war, dass irgendetwas florierte. Der Dreißigjährige Krieg hat im Westerwald besonders schlimm getobt. Dass die Töpferkunst dennoch hier ihre Blütezeit erlebte, grenzt an ein Wunder. Westerwälder Steingut mit der typischen blauen Bemalung, durch das Salzbrandverfahren robust und alltagstauglich gemacht, fand seinen Weg über verschiedene Handelsrouten in die ganze Welt. Durch die qualitativ hochwertigen Tonvorkommen ist der Westerwald auch heute noch ein Zentrum der Tonindustrie.

Doch im Vordergrund der Geschichte steht ein willensstarkes Mädchen, das sich mit seinen Bauchentscheidungen immer wieder in Schwierigkeiten bringt und dennoch seinen Weg geht. Ausgeprägte Charaktere wie ihr schrulliger Onkel Wilhelm, ihre resolute Tante Luise und das nette Nachbarsmädchen Maria machen diesen Roman zu einem berührenden Leseerlebnis, das trotz des finsteren Kriegshintergrunds alles andere als düster ist.

Leserstimmen

  • Während der 30jährige Krieg im Westerwald tobt und Unheil anrichtet, wütet auch die Pest und fordert ihre Opfer. Johanna muss hilflos mit zusehen, die der schwarze Tod ihre gesamte Familie auslöscht und sie allein und verlassen dasteht. Einzig ein Onkel im Kannenbäckerland ist ist noch geblieben und damit Johanna den langen Fußmarsch zu ihm unbeschadet übersteht, scheint die fixe Idee der Nachbarin, Johanna kurzerhand zu Johann werden zu lassen, die einzige Möglichkeit zu sein. Im Haus des Onkels angekommen, kann Johanna ihn davon überzeugen, dass er sie in die Geheinisse des Töpferhandwerks einweiht und sie beginnt eine Lehre bei ihm. Schon bald steht fest, dass Johanna ein unglaubliches Talent besitzt, um aus den unförmigen Tonklumpen echte Handwerkskunst ensteten zu lassen. Doch wie lange kann sie ihr Geheimnis bewahren ?
    Im Kannenbäckerland schlägt das Herz der Keramik und Annette Spratte lässt ihre Leser die Leidenschaft und den Herzschlag für das irdene Handwerk spüren, in dem sie Johanna zu einer begabten Kannenbäckerin werden lässt. Wenn Blatt und Blüte auf Keramik treffen , entstehen unter den Händen von Johanna echte Kunstwerke und der Leser ist hautnah mit dabei, wenn sich die schwere Töpferscheibe im immerwährenden Rhythmus dreht und aus unscheinbaren Tonklumpen Teller, Kannen und Becher werden.
    Die Hände werden kalt, wenn man immer wieder den Tonklumpen feuchthalten muss, die Schultern werden schwer, weil das Tagwerk zusätzlich zum Töpfern verrichtet werden muss .Wenn das Feuer im Brennofen lodert und das Brenngut gesalzen wird, scheint einen eine schier unerträgliche Hitze fast die Luft zum Atmen zu nehmen und man wartet mit Johanna gespant darauf, dass der Ofen abkühlt und man die kleinen und großen Schätze in Augenschein nehmen kann.
    Das Leben auf dem Hof des Onkels in Kriegszeiten ist hart und entbehrungsreich und Johanna lernt was es heißt, als Junge mit anzupacken, leine Freiheiten und das Vertrauen von Onkel und Tante zu genießen. Doch mit fortschreitendem Alter und ihrer Entwicklung vom Mädchen zur jungen Frau kann Johanna ihre Tarnung nicht mehr aufrecht halten und der Schwindel fliegt auf. Um etwas zum Unterhalt beizusteuern, wagt sich Johanna auf den Markt und dort muss sie erkennen, dass nicht jeder ihr gut gesonnen ist. Zwar hat sie zu Beginn des Buches mit Gott gehadert, da er ihre ganze Familie ausgelöscht hat, doch im Verlauf der Geschichte findet sie immer mehr Halt und Zuversicht im christlichen Glauben und kann so auch die dunklen Zeiten überstehen.
    Sie hat es wirklich nicht leicht, sich in einer von Männern beherrschten Welt durchzusetzten, aber sie verliert nie ihr Vertrauen in ihr handwerkliches Können, kann ihren Forderungen Nachdruck und Vehemenz verleihen und weiß sich so zu behaupten.
    Die Autorin hat einen unglaublich bildhaften Schreibstil, der die Zeitreise in den Westerwald zu einem echten Abenteuer macht und den Leser den kalten Wind auf den Höhenzügen spüren lässt. Die Figuren bewegen sich agil und sicher in ihrem Terrain und zeigen dem Leser ihre Welt, wie sie damals ausgesehen hat. Die Kriegswirren und die verheerenden Folgen wie Brandschatzen, Plündereien, sogar das Bezichtigen von Hexerei sind als Nebenhandlungen in die Erzählung eingebunden und vermitteln dem Leser ein sehr authentisches Bild.
    Der Roman besticht durch eine überragende Schlüsselfigur, die den Leser an die Hand nimmt und ihm ermöglicht, ein Teil ihrer Lebensgeschichte zu werden. Die Gefühls- & Gedankenwelt von Johanna ist zu jeder Zeit für den Leser zugänglich und man liest in ihr wie in einem offenen Buch. Tränen aus Wut und Verzweiflung, aber auch der Trauer rinnen mir beim Lesen über die Wangen. Man macht kleine Freudensprünge nach dem Öffnen des Brennofens, nachdem Johanna das erste Mal ihre Keramiken alleine anfertigen durfte und letztendlich überzieht eine zarte Röte die Wangen, wenn sie von Phillipp das erste Mal geküsst wird…ein Wechselbad der Gefühle, das man hier erleben darf.
    Der Roman überzeugt durch abwechslungsreiche Szenen, tolle Figuren und einer farbenfrohen Erzählung, die die christliche Botschaft mit leisen, unaufdringlichen Tönen transportiert.
    Absolute Leseempfehlung ! (Katikatharinenhof auf Amazon)
  • Ein perfekt komponierter Historienschmöker
    Eigentlich lese ich historische Romane gar nicht so gerne. Aber „Die Kannenbäckerin“ hatte mich von der ersten Seite an eingefangen, und zwar so sehr, dass ich den Roman fast in einem Zug durchlesen musste.
    Annette Spratte ist es mit ihrer bildlich-plastischen Erzählweise gelungen, mein Kopfkino mit einer wahren Bilderflut zu füllen. Oft waren es grausame Bilder, aber es gab auch die ruhigeren, die schönen Momente. Kurzum, Annette Spratte erzählt das Leben der jungen Johanna während des 30-jährigen Krieges im Westerwald in seiner ganzen Bandbreite so intensiv, dass man als Leser mitten dabei ist. Wie die Pest tobt und die gesamte Familie von Johanna ausrottet, wie sie als Junge verkleidet sich ganz alleine durchschlägt zu ihrem einzigen noch lebenden Verwandten, einem Onkel, der sie schließlich das Töpferhandwerk lehrt, wie Johanna ganz ungewöhnlich große, geradezu künstlerische Fertigkeiten in diesem den Männern vorbehaltenen Handwerk entwickelt, immer mit der Angst, als Mädchen entdeckt zu werden, ist als Gesamtkomposition ganz großes Kino. Die Autorin schildert detailgenau und sehr lebendig. Man spürt die sorgfältige Recherche, insbesondere was das alte Töpferhandwerk betrifft. Und man spürt ihre Liebe zu starken Charakteren wie Johanna, die mit Können „ihren Mann steht“. Und obendrein ist der Roman sehr fesselnd und durchweg spannend zu lesen, weil er perfekt komponiert ist im Zusammenspiel zwischen historischen und allgemein menschlichen Themen, sodass man das Buch bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen möchte. (Heinoko auf vorablesen.de)
  • „Die Kannenbäckerin“ Johanna hat mich mitgenommen in den Westerwald zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Ich bin so in diesen Roman eingetaucht, dass ich um mich herum die Zeit vergessen konnte. Was Johanna alles erlebt, wie sie ihr Leben bei ihrem Onkel, der Töpfer (auch „Euler“ genannt) ist, bestreitet, welche Herausforderungen sie als Mädchen und Frau in ihrer Zeit erleben muss, fand ich äußerst spannend! (…) Auch wenn das Ende des Buches keine Wünsche offen lässt, habe ich Johanna mit einer großen Portion Wehmut ziehen lassen müssen – so sehr ist sie mir ans Herz gewachsen!
  • Ich habe das Buch binnen zwei Tagen ratzfatz gelesen. Der Roman ist sehr gut und sorgfältig recherchiert und besonders einfühlsam geschrieben. Dadurch ließ sich die Geschichte einer jungen mutigen Frau im Kannenbäckerland während des dreißigjährigen Krieges gut lesen. Auch wenn die zugrunde liegende Geschichte eher einfach ist: junge Frau setzt sich in Männerdomäne durch und erringt die große Liebe, ist es der Autorin dennoch gelungen, immer wieder spannende und inhaltlich schlüssige Wendungen einzubauen, die diese Geschichte unterhaltsam und interessant machten.
  • Das Buch finde ich auf den ersten Blick passend zum Thema gestaltet. Auch hat mich der Schreibstil sofort angesprochen, weil Emotionen aufkommen und gleichzeitig Spannung erzeugt wird. Auch mag ich den Plot, weil ich mir sehr gut vorstellen kann, wie schwer es Frauen hatten, als von Gleichberechtigung keine Rede war und daher finde es auch historisch sehr wertvoll. Das Buch liest sich einfach toll, weil während der gesamten Geschichte ein Bild in meinem Kopf vorhanden ist, wodurch ich mir die Situationen sehr gut vorstellen kann und es gleichzeitig authentisch macht.
  • Dieser sehr eindrucksvoll geschriebene Roman hat mich sofort in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Charaktere, allen voran Johanna, sind wunderbar ausgearbeitet und beschrieben. Sie entwickeln sich glaubhaft weiter. Der Schreibstil ist gut verständlich, klar und deutlich und vor allem sehr bildgewaltig. Ich konnte mir die Handlungsorte sehr realistisch vorstellen. Ich tauchte komplett ein in die Geschichte und ging den Weg von Johanna mit. Ich war mitten dabei. So wurde mir das Töpferhandwerk zur damaligen Zeit näher gebracht. Die verschiedenen Emotionen spürte ich hautnah. Die Handlung war für mich glaubhaft, mit kleinen Einschränkungen, die aber nicht weiter ins Gewicht fielen. Ein toller Roman und ein Eintauchen in eine andere Zeit.
  • Die Autorin spielt während des kompletten Romans mit ihren Worten. Die Sätze sind einfach gehalten und wirken durch den bildhaften Schreibstil authentisch. Der Fortgang der Geschichte ist spannend, so dass man unbedingt mehr wissen möchte.
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